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Praxisbeispiel: Entwicklung rollenbezogener Dashboards

Vom Ziel zur Entscheidung – unterschiedliche Sichten auf dieselbe Datenbasis

Praxisbeispiel aus dem Controlling-Alltag

Nach der Datenaufbereitung, dem Aufbau des Analysemodells und der Definition unternehmensspezifischer Kennzahlen entsteht der nächste Schritt: die Visualisierung für Entscheidungen.

Dashboards sind dabei keine Datensammlungen. Sie sind gezielte Sichten auf Kennzahlen – abhängig von Rolle, Verantwortung und Fragestellung.

Ausgangspunkt: Rolle, Verantwortung und Fragestellung

Grundprinzip

Ein Dashboard entsteht nicht aus Daten, sondern aus einer konkreten Fragestellung.

Die gleiche Datenbasis kann – und muss – unterschiedlich dargestellt werden, je nachdem:

  • wer entscheidet

  • wofür entschieden wird

  • in welcher Tiefe Informationen benötigt werden

Typische Rollen im Unternehmen

  • Geschäftsführung

  • Fachbereiche (z. B. Produktion, Vertrieb, Einkauf)

  • Controlling / Rechnungswesen

Jede Rolle benötigt eine eigene Sicht, obwohl alle auf denselben Kennzahlen basieren.

Die gemeinsame Basis: Daten & KPIs als „Würfel“

Einheitliche Grundlage

Allen Dashboards liegt dieselbe Basis zugrunde:

  • zentral aufbereitete Daten

  • ein gemeinsames Datenmodell

  • einheitlich definierte Kennzahlen

  • klare Soll-/Ist-Bezüge

Die Würfel-Metapher

Eine Kostenstelle oder ein Geschäftsbereich lässt sich mehrdimensional betrachten – vergleichbar mit einem Würfel:

  • Zeit

  • Kostenarten

  • Organisationseinheiten

  • Produkte / Aufträge

  • Plan / Ist

  • Abweichungen und Ursachen

Ein Dashboard ist immer nur eine Blickrichtung auf diesen Würfel.

Nicht alle Dimensionen gleichzeitig – sondern gezielt ausgewählt, passend zur Fragestellung.

Drei Dashboard-Typen – drei unterschiedliche Sichten

Management-Dashboard

Ziel: Überblick und Steuerung

  • stark verdichtete Kennzahlen

  • Fokus auf Zielerreichung und Abweichungen

  • klare Trendaussagen

  • wenige, zentrale Visualisierungen

Das Management-Dashboard beantwortet die Frage:
Sind wir auf Kurs – und wo müssen wir eingreifen?

Bereichs-Dashboard

Ziel: Operative Steuerung und Maßnahmen

  • Kennzahlen im Verantwortungsbereich

  • stärkere Differenzierung nach Zeit, Einheiten oder Produkten

  • Fokus auf Ursachen von Abweichungen

  • Unterstützung der täglichen oder wöchentlichen Steuerung

Das Bereichs-Dashboard beantwortet die Frage:
Wo liegen Abweichungen – und welche Maßnahmen sind notwendig?

Detail-Dashboard

Ziel: Analyse und Verständnis

  • tiefergehende Auswertungen

  • flexible Sichten und Filter

  • Verbindung von Kennzahlen und Detaildaten

  • Unterstützung von Ursachenanalysen

Das Detail-Dashboard beantwortet die Frage:
Warum ist eine Abweichung entstanden?

Ergebnis: Klarheit statt Überfrachtung

Durch die Trennung in rollenbezogene Dashboards entsteht:

  • klare Verantwortung

  • zielgerichtete Informationsversorgung

  • weniger Diskussion über Zahlen

  • mehr Fokus auf Entscheidungen und Maßnahmen

Es gibt nicht das eine Dashboard.
Es gibt mehrere Dashboards – jeweils bewusst reduziert und auf ihren Zweck ausgerichtet.

Dieses Praxisbeispiel zeigt meine Vorgehensweise bei der Entwicklung von Dashboards – ausgehend von Zielen, Rollen und Fragestellungen, nicht aus einer Ansammlung von Diagrammen.